Unser Fahrzeug, die Welt im Hymer
Wir leben in einem Hymer MLT 580 4x4 BJ. 2022 in der Sulzemoos Edition. In diesem Blog stellen wir Euch unser Fahrzeug vor und zeigen Euch unsere eigenen Umbauten und Anbauten an das Fahrzeug.
Bei weiteren Fragen dürft Ihr uns gerne per E-Mail kontaktieren [email protected] bitte gebt Eurere E-Mailadresse an, wir helfen wo wir können.
Auflasten des Fahrzeugs
Es gibt eine einfache Wahrheit: Die Nutzlast des Hymer MLT 580 4x4 nicht besonders hoch. Insgesamt konnten wir bei den 4,1 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht knapp 1 Tonne Zuladen. Das sieht auf den ersten Blick viel aus doch wenn man sich dann mit der Achslast beschäftigt sieht die Sache schon ganz anders aus. Zum einen haben wir am Fahrzeug noch einige Teile (Trittstufen vorne, Luftfederung, Berge Ösen usw.) angebaut und die Tanks waren nicht voll. So fuhr ich zu einer Testwiegung auf den nahen Wertstoffhof die eine große und präzise Fahrzeug Waage haben. Der Mitarbeiter überreichte mir das kleine Wiege Zettelchen und nun hatte ich es schriftlich. Wir waren vielleicht zur hälfte gepackt, Hund und Frau waren auch noch nicht im Fahrzeug und die beiden Akku Fahrräder waren ebenfalls noch nicht an Bord. Und wir hatten nur noch lächerliche 30 KG zum beladen. Gefrustet fuhr ich zurück und mistete erst mal alles aus was nicht unbedingt lebensnotwendig war. So konnte ich das Gewicht vorerst mal um knapp 100 KG reduzieren. Das war zu wenig. Also musste eine Auflastung her. Wir recherchierten im Internet und die freundliche Firma Carsten Stäbler in Waghäusel machte das für uns beste Angebot. Im Januar 2023 war es dann so weit. In der modernen Werkstatt wurden zuerst die Achslasten gemessen und auch hier zeigte sich, dass das Fahrzeug wie vermutet zu viel Gewicht auf der Hinterachse hatte. Die Luftfederung wurde vorbaut. Zusätzlich haben wir einen verstärkten Druckluft Genorator mit Druckluft Tank verbaut. Somit können wir unseren Luftdruck an den Reifen selbst befüllen. Bei einer letzten Wiegung zeigte sich, dass wir jetzt die Hinterachse mit 2.600 KG beladen können. Das waren 170 KG mehr als vor dem Einbau der Luftfederung. Das Gesamtgewicht des Fahrzeugs hat sich auf 4,4 Tonnen erhöht. Durch die Luftfederung fährt sich das Fahrzeug deutlich ruhiger und wir können das Fahrzeug im Gelände anheben und Schräglagen beim Stehen besser ausgleichen. Als weitere Optimierung versuchen wir soviel Gewicht wie möglich auf die Vorderachse zu bringen. Doch in der Realität ist das eher schwierig da wir nur das Bord Werkzeug und den schweren Wagenheber unter die Sitzbank packen konnten. Und wir misteten ein weiteres Mal aus. Das zweite Fahrrad wurde wieder verkauft und das andere musste durch eine leichtere Variante weichen. Unser Fazit: Wir würden es wieder machen. Der Gewichtsgewinn von 170 KG auf der Hinterachse ist nicht viel aber für uns Lebensnotwendig. Auch den Fahrkomfort möchten wir nicht mehr missen. Inzwischen haben wir noch mehrfach die "Emma" ausgemistet und konnten das Gewicht nochmals reduzieren.
(Bild folgt noch......)
Radkasten Verbreiterung
Die großen Räder passten von Anfang an nicht in die vorderen Radhaus Kästen. Bei starkem bremsen oder wenn der Stoßdämpfer tief eintauchte rieb das Rad an der hinteren Radhausverkleiddung. Bei Orxy Solutions gib es für dieses bekannte Problem die Terrawagen „Mondo Mudguards“ Kotflügelverbreiterungen. Das "alte" original Mercedes Kunstoff Teil wird demontiert. Doch leider reicht der Platz dann noch nicht für die neuen Mondo Mudguards. Wir haben mit roher Gewalt die Karosserie flachgeklopft und dick mit Rostschutz behandelt. Jetzt passte nur die alte Radhaus Verbreiterung nicht mehr. Als schnitt ich diese in mehrere Teile und füllte die Naht mit Karosserie Kleb Merbanit. Zum Abschluss gab es noch entsprechend große Schmutzfanglappen die vor allem die AlphaDynamik Trittstufen vor Schmutz schützen.
AlphaDynamik Trittstufe
Der Ein- und Ausstieg bei der Emma ist durch die Höherlegung des Allradfahrzeugs etwas mühsam. Von der Unterkante Fahrzeug bis auf den Boden sind es ca. 65 cm. Das Einsteigen stellt kaum ein Problem dar. Doch das Aussteigen vor allem bei Nacht in unbekanntem Terrain ist nicht ungefährlich. Ein unvorsichtiger Tritt in die Dunkelheit und schnell ist man auf einer Wurzel ausgerutscht und hat dabei seinen Fuß umgeknickt. Die Lösung für dieses Problem sind die elektrischen Trittstufen AlpahaDynamik. Sobald man die Fahrerhaustüren öffnet fährt eine Trittstufe heraus die den Ein- und Ausstieg erheblich erleichtert. Zudem gibt es zwei kleine LED Leuchte die bei Dunkelheit den Boden erhellt. Eine feine Sache die wir nicht mehr missen möchten.
Abschlepp und Bergeösen
Und wenn wir mal im Schlamm oder Sand feststecken wie kommen wir da raus? In den Minas de Rio Tinto in Südspanien hat es seit Tagen ergiebig geregnet. Der Boden war weich und matschig. Wir suchten in dem weitläufigen Bergweksgelände nach einem Übernachtungsplatz. Und plötzlich rutschte die Emma zur Seite weg. Nur mit Mühe konnten wir das Fahrzeug in der Spur halten. Glücklicherweise gab es am Rand der Piste einen großen Haufen so, dass wir nicht abstürzen konnten. Wir stiegen in den Matsch aus und gruben einige Kanäle dass das Wasser besser abfliesen konnte. Nach einiger Zeit starteten wir einen Versuch und waren überrascht wie mühelos die Emma sich freiwühlte. Doch der Schreck saß tief. Wir waren uns schnell einig da müssen Bergeösen ans Fahrzeug. Als wir wieder in der Ortenau waren versuchten wir Abschlepp- oder Bergeösen am Heck anzubringen was gar nicht so einfach war da es am Heck keine zuverlässigen Anschlagpunkte gibt. Im Frontbereich gibt es bei Oryx Solutions stabile Bergeösen die direkt in den Fahrzeugrahmen geschraubt sind. Leider kollidieren diese etwas mit unserem Frontschutz Bügel. Zusätzlich haben wir uns noch Alu Sandbleche zugelegt die platzsparend hinter dem Fahrrad in der Heckgarage untergebracht haben. Auch bei den Schaufeln haben wir aufgerüstet und einen stabilen Klappspaten dazu gekauft.
Naviton, nicht nur eine neue Farbe
Schon vor der Bestellung der Emma war klar, dass wir auf Dauer kein weißes Allrad Womo möchten. Anfangs verfolgten wir den Weg den Aufbau von Hymer zu folieren. Doch nach Corona war auf lange Zeit keine entsprechende Folie lieferbar. Erst später war uns klar, dass eine Folie eh nicht den hohen Belastungen Stand gehalten hätte. Auf der Abenteuer Allrad Messe in Bad Kissingen besuchten wir den Stand von Naviton. War das unsere Lösung? Naviton bietet neben dem hohen mechanischen Schutzwert eine äußerst langlebige „schlagzähe Beschichtung“ das verspricht zumindest die Werbung. Nach langem hin und her entschlossen wir uns das Fahrzeug beschichten zu lassen. Da wir ja keine Wohnung mehr hatten und auch kein anderes Fahrzeug war der Aufwand etwas größer. Mitte Mai brachten wir das Fahrzeug zur Lackiererei Straube nach Wesendorf. Die freundliche Familie Straube und Martin Krampe von Naviton empfingen uns. Alle Details wurden besprochen und wir gaben dem Team die „künstlerische“ Freiheit der Emma eine neue Farbe zu verpassen. Vier Wochen später durften wir unser Fahrzeug in Wesendorf abholen. Die Emma stand noch in der Spritzkabine und das Ergebnis haute uns vom Hocker. Als das Fahrzeug das erste Mal im Freien stand kamen die Logos und die Farbe richtig zur Geltung. Das war ein voller Erfolg. Wenige Tage später ging unsere Reise nach Skandinavien. Noch mussten wir uns daran gewöhnen, dass unser Fahrzeug von so vielen Personen bestaunt wird. Oft werden wir gefragt ob die "Emma" fotografiert werden darf. Da sagen wir gerne ja. Inzwischen haben wir knapp 12.000 km mit der Naviton Beschichtung zurück gelegt. Wir haben bisher keine Kratzer in der Beschichtung und haben das Fahrzeug bis heute nicht gewaschen. Durch einige Regengüsse reinigt sich die Beschichtung von alleine.
endlich Ruhe!
Nichts nervt mehr wie quietschende Schränke und schepperndes Geschirr im Schrank während der Fahrt. Und bei unserem Allrad Womo ist die Belastung bei der Fahrt im Gelände noch extremer. Der Schubladen Block der Küche nervte anfangs enorm. Text und (Text und Bild folgt noch....)
Ordnung in der Heckgarage
(Text und Bild Folgt noch........)
Wasserhygiene
Trinkwasser ist eines unserer wichtigsten Lebensmittel die wir jeden Tag nutzen. Daher ist es wichtig, dass wir nur keimfreies Wasser im Tank haben. Und das fängt schon bei der Befüllung des Wassertanks im Womo an. Wo tanken wir Wasser? Wir bevorzugen Brunnen und Quellen die nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind. Wenn die Bevölkerung sich an dem Brunnen mit Wasser eindeckt kann man davon ausgehen, dass es sich um bestes Quellwasser handelt. Sonst machen wir selbst eine sensorische Prüfung. Wir nutzen zum befüllen von unserem Fahrzeug zwei saubere Wasserkanister und einen Trichter am Wassereinfüllstutzen. Bei Wasser aus Wasserhähnen sind wir immer etwas skeptischer vor allem im Ausland. Hier verwenden wir dann meist einen Vorfilter von WM Aquatec. Die Durchlauf Geschwindigkeit bei diesem Filter ist sehr hoch und der Filter setzt nicht zu. Im Fahrzeug konservieren wir das Wasser mit WM Aquatec Silvertex damit das Wasser frisch bleibt und kein Bakterienwachstum stattfinden kann. In einer letzten Stufe bevor das Wasser genutzt wird durchläuft es eine UV-C LED Wasserdesinfektion ebenfalls von WM Aquatec. Die Anlage kommt ohne Chemie aus und entkeimt das Wasser bis zu 99,9%. Die Durchfluss Leistung liegt bei ca. 8 Liter in der Minute. Und zuletzt nutzen wir im Fahrzeug meist einen Kanister mit 8 Liter Frischwasser im Fahrzeug in der Türtrittstufe steht. Dieses Wasser belastet die Pumpe nicht, verbraucht keinen Strom und ist schnell verfügbar. Und wenn wir einen Brunnen oder eine Quelle sehen sind die Kanister schnell befüllt.
Trenntoilette
Es gibt kaum ein Thema im Womo wo die Meinungen so auseinander gehen wie beim Thema Toilette. Die einen schwören auf ihre Banktoilette mit oder ohne Chemie. Doch an das zumindest für uns oftmals mühevolle entsorgen denke ich noch heute. Wie oft sind wir wegen einer vollen Kassette noch einen extra Umweg gefahren. Nach ausführlichen Abwegen haben wir uns dann für die Trockentrenntoilette Air Head entschieden. Zugegeben die Optik des WC erinnert eher an eine Weltraumtoilette. Adieu Banktoilette in wenigen Stunden war der Umbau erledigt. Doch in den ersten Wochen folgte ein holpriger Start. Noch wussten wir nicht wie man die Toilette reinigt. Wie oft muss man die Toilette leeren. Wo entsorgen wir den "Pipi Tank" der nahezu jeden Tag geleert werden muss. Doch inzwischen möchten wir uns von der Trockentrenntoilette Air Head nicht mehr trennen. Wir entsorgen ca. all 14 Tage und nutzen meist einen Müllsack zum Entsorgen.